npd-braunschweig.de

15.03.2012

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Wegwerfgesellschaft – auch bei Lebensmitteln

Schon seit langem leben wir in einer Wegwerfgesellschaft. Von der Wirtschaft aus Profitgründen eingeführt, ist sie längst in den Köpfen verankert. Wer z.B. noch Kleidung flickt, wird als völlig antiquiert ausgelacht.

Auch ist nicht neu, wie viele Lebensmittel unnötig weggeworfen werden. Ist z.B. in einer Schale mit Obst ein Stück nicht mehr gut, wird gleich alles im Müll entsorgt. Manche Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben oder diesen Wahnsinn nicht mittragen wollen, holen sich aus den Mülleimern der Supermärkte noch viel Gutes – und laufen dabei Gefahr, wegen Diebstahls angezeigt zu werden, obwohl sie doch nur das nehmen, was weggeworfen wurde und damit den Müllberg verringern…

Ich kann mich an einen Beitrag vor Jahren im Fernsehen erinnern, als dort ein Mann gezeigt wurde, der nur von Weggeworfenem lebt. Immerhin bieten etliche Märkte auch verbilligte Waren an, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft, denn das besagt ja nicht, daß das Lebensmittel dann schlecht oder nicht mehr zu verwenden ist. Leider findet man aber selten Obst oder Gemüse dabei. Seit der Einrichtung der „Tafeln“ wird auch einiges dort verwendet, was früher vielleicht im Müll gelandet wäre.

Jeder Bundesbürger wirft durchschnittlich pro Jahr 82 Kilo Nahrung weg – das macht in den privaten Haushalten 6,7 Millionen Tonnen. Man hat errechnet, dass eine vierköpfige Familie damit im Jahr rund 940 € vernichtet. Nun  hat auch die Verbraucherministerin Aigner gemerkt, wie viel dabei verloren geht und meint, daß es Zeit sei für einen „Bewußtseinswandel und für mehr Wertschätzung gegenüber unseren Lebensmitteln“ und will der unerträglichen Verschwendung den Kampf ansagen. Schuld ist aber auch die EU mit ihren Vermarktungsnormen, nach denen zu kleines oder zu großes Obst und Gemüse schon auf dem Feld untergepflügt wird.

Was in den dazu veröffentlichten Berichten noch gar nicht erwähnt wird, ist die Vergeudung von Nahrungsmitteln für Treibstoff wie Biodiesel oder das ungeliebte E-10.

Jeder sollte sich einmal Gedanken machen, wie er/sie es selbst mit dem unnötigen Wegwerfen hält und ob sich da etwas verbessern lässt.

Edda Schmidt

» Zur Hauptseite wechseln

Bildschirmauflösung:  X  px Pixeldichte: