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29.08.2013
Niedersachsen

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Armutsgefährdungsquote in Niedersachsen steigt auf 15,4% - 5,1% mehr Menschen benötigen eine Grundsicherung im Alter!

Der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen hat heute gleich zwei interessante Statistiken herausgegeben, die wir an dieser Stelle unkommentiert wiedergeben wollen:

Armutsgefährdungsquote steigt auf 15,4 % – Erwerbslose und Alleinerziehende besonders betroffen – Altersarmut von Frauen nimmt zu

Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen


Datum: 29. August 2013
Nummer 71/13

HANNOVER. Die Armutsgefährdungsquote lag im Jahr 2012 in Niedersachsen bei 15,4 %. Wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) mitteilte, bedeutet dies gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 0,2 Prozentpunkte. Damit müssen gut 1,2 Millionen Niedersachsen - das ist fast jeder sechste Einwohner - als armutsgefährdet gelten. Die Armutsgefährdungsquote von Niedersachsen lag 2012 etwas höher als die für Deutschland insgesamt (15,2 %). Niedersachsens Nachbarland Bremen wies mit 18,4 % eine sogar noch deutlich höhere Quote auf.

Nach internationalen Konventionen gelten diejenigen Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60 % des mittleren monatlichen Nettoeinkommens auskommen müssen. Als „reich" gelten Menschen, die über das Doppelte des Mittelwerts verfügen. Entsprechende Berechnungen werden auf Grundlage des Mikrozensus von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder gemeinsam vorgenommen. Das mittlere Pro-Kopf-Einkommen lag in Niedersachsen 2012 bei ca. 1 432 Euro, 2,4 % höher als 2011, und die Armutsgefährdungsschwelle entsprechend bei 859 Euro.

Im längerfristigen Vergleich ergibt sich, dass die Armutsgefährdungsquote Niedersachsens von 2005 bis 2010 konstant blieb beziehungsweise sogar leicht rückläufig war. Damals war ein langfristiger Trend der sozialen Polarisierung zunächst gestoppt, der durch ein Anwachsen von Armuts- und Reichtumsquoten gleichzeitig gekennzeichnet war. Seit 2010, seinerzeit lag die Quote bei 14,5 %, steigt die Armutsgefährdung wieder an. Im Unterschied zu früheren Jahren erhöhte sich die Reichtumsquote aber nicht, sondern verharrt bei 7,3 %. Das einkommensschwächste Sechstel der Bevölkerung hat von den Einkommenssteigerungen, die vor allem die Arbeitnehmer in den letzten beiden Jahren erzielen konnten, nur unzureichend profitiert. Die staatlichen Mindestsicherungsleistungen, auf die die armutsgefährdeten Gruppen stark angewiesen sind, waren weniger als früher in der Lage, das Einkommen der Menschen über die Armutsgefährdungsschwelle anzuheben.

Regional wurde eine hohe Armutsgefährdung vor allem in der Landeshauptstadt Hannover (19,0 %) sowie in Südniedersachsen (17,6 %) festgestellt. Die Quoten sind vor allem im Westen Niedersachsens deutlich geringer.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, dass die Quoten von 2011 auf 2012 für nahezu alle sozialen Gruppen gestiegen sind, die schon seit langem besonders stark von Armut betroffen sind. Die Quoten betrugen 2012 (in Klammern 2011) für

  • Erwerbslose: 58,0 % (56,7)
  • Alleinerziehende: 44,2 % (44,2)
  • Kinderreiche Familien: 27,9 % (26,8)
  • Haushalte von gering Qualifizierten: 40,5 % (38,5)
  • Ausländerinnen und Ausländer: 36,9 % (35,5)
  • Menschen mit Migrationshintergrund: 29,4 % (28,9)


Die Altersarmut entwickelt sich immer mehr zum Problem, und zwar vor allem für Frauen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben: Für diese älteren Frauen lag die Quote 2012 bei 16,6 %. Das waren 0,4 Prozentpunkte mehr als 2011. Für die gleichaltrigen Männer lag die entsprechende Quote 2012 nur bei 11,7 %.

Ende 2012 erhielten 95 299 Menschen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen


Datum: 29. August 2013
Nummer 72/13

HANNOVER. Am Jahresende 2012 waren 95 299 Personen in Niedersachsen auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen. Nach Angaben des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) bedeutet dies einen Anstieg um 4 646 Personen (+5,1 %) im Vergleich zu 2011. In 10 Jahren seit der Einführung dieser Leistungsart im Jahre 2003 hat sich die Zahl der Leistungsempfänger mehr als verdoppelt (2003; 44 655 Personen). Knapp 11 300 der Hilfeempfänger (11,9 %) hatten im vergangenen Jahr eine ausländische Staatsbürgerschaft.

48 585 Empfängerinnen und Empfänger der Grundsicherung (51 %) waren voll Erwerbsgeminderte im Alter von 18 bis unter 65 Jahre. Sie standen dem Arbeitsmarkt dauerhaft nicht zur Verfügung. Bei 46 714 Personen über 65 Jahren reichte das erzielte Einkommen nicht aus, um den Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Sie erhielten Grundsicherung im Alter. Im Vergleich zu 2011 kam es bei beiden Gruppen zu einem Anstieg um 5,1 % (+2 362 bzw. +2 284 Personen).

Auch Ende 2012 waren unverändert mehr Frauen (53,7 %) als Männer auf diese Sozialleistung angewiesen. Das Durchschnittsalter voll erwerbsgeminderter Hilfebezieher betrug 44 Jahre. Der Anteil der Männer überwog in dieser Gruppe mit 55,9 %. Bei den Leistungsbeziehern ab dem 65. Lebensjahr stellte sich das Geschlechterverhältnis anders dar. Hier war der Anteil der Frauen mit 63,7 % höher, obwohl der Frauenanteil in der entsprechenden Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung nur 56,5 % betrug. Die Personen, die ab dem 65. Lebensjahr Grundsicherung erhielten, waren im Durchschnitt 74 Jahre alt.

22 168 (23,3 %) Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung lebten in Einrichtungen, knapp 69 % von ihnen waren voll Erwerbsgeminderte im Alter von 18- 65 Jahren und 31 % erhielten diese Sozialleistung, um ihren grundlegenden Lebensunterhalt im Alter (über 65 Jahre) zu decken.

Der durchschnittliche Nettobedarf je Empfänger stieg von 437 Euro (2011) auf 445 Euro pro Monat. Die meisten Empfänger dieser Leistung, 11 068 Personen, lebten in der Landeshauptstadt Hannover. Bezogen auf je 10 000 Einwohner gab es dort 247 Leistungsempfänger, gefolgt von der Stadt Wilhelmshaven (225 Empfänger je 10 000 Einwohner), der Stadt Osnabrück (216 Empfänger je 10 000 Einwohner) sowie der Stadt Delmenhorst (212 Empfänger je 10 000 Einwohner).

Für beider Artikel gilt:

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.

Quelle: Herausgeber:
© 2013 Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen
Pressestelle, Göttinger Chaussee 76, 30453 Hannover

Telefon: 0511 9898-1125
Telefax: 0511 9898-4132

E-Mail: pressestelle(at)lskn.niedersachsen.de
http://www.lskn.niedersachsen.de

Foto: Bernd Kasper  / pixelio.de

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