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05.08.2022

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Warum die „Layla“-Debatte keine Sommerloch-Bagatelle ist

Alle Jahre wieder versuchen politische Hinterbänkler die parlamentarische Sommerpause mit zum Teil irren Forderungen zu füllen, weil sie im Alltag keine mediale Aufmerksamkeit erhalten. Für eine solche Sommerloch-Bagatelle könnte man auch die Diskussion um das Verbot des Malle-Hits „Layla“ halten, das für mehrere Volksfeste mit Verweis auf den vermeintlich darin transportierten Sexismus gefordert und umgesetzt wurde, was allerdings zu zivilem Ungehorsam in Form von „Layla“-Endlosschleifen geführt hat.

Mal davon abgesehen, dass dieser Sommer angesichts gigantischer Probleme wie Rekordinflation und drohendem Gasnotstand keine Sommerpause erlaubt und keine Sommerloch-Bagatelle braucht, steckt in der unwürdigen Debatte mehr, als es den Anschein hat.

Man kann das Lied geschmacklos und primitiv finden. Aber damit läge es absolut im Trend unserer Zeit. Verrohung und Sexualisierung sind omnipräsent. Mir fallen auf Anhieb dutzende Liedtitel von bekannten Interpreten ein, die, wendet man diesen Maßstab konsequent an, verboten werden müssten. Malle würde verwaisen, Schlagerplatten müssten indiziert und viele Rapper wären arbeitslos.

„Layla“ ist ein Symbol geworden für die Frage, was man in diesem Land noch darf und was nicht. Das geht weiter mit Gender-Sprachpolizisten, die in der Verwendung des generischen Maskulinums Frauenfeindlichkeit wittern und allerorten Gendersternchen, Binnen-I und andere Sprachungetüme einfordern.

Vor einigen Jahren konnte man das Ganze noch als Identitätsbastelei Einzelner und Arbeitsbeschaffungsmaßnahme soziologischer Lehrstühle an deutschen Unis abtun und belächeln. Mittlerweile haben die sprachpolizeilichen Exzesse aber Ausmaße angenommen, dass man zwingend darüber reden und davor warnen muss. Denn es ist bekannt, dass Sprache das Denken formt. Wenn diese Extreme sich auch in Kitas und Schulen niederschlagen – und das ist schon jetzt der Fall – dann erziehen wir eine Generation von Jungen und Mädchen heran, die sich nichts mehr trauen, die ständig mit einer geistigen Schere im Kopf herumlaufen, in steter Furcht, etwas zu sagen, was nicht sozialadäquat oder gar verboten ist.

Es geht nicht darum, tatsächliche Ungerechtigkeiten nicht abzubauen. Frauen sollen für gleiche Arbeit genauso viel verdienen wie Männer. Familie und Beruf müssen vereinbar sein, ohne dass Kinder ein Armutsrisiko vor allem für Frauen werden. Das geht bei Ungerechtigkeiten bei Rente und Pflege weiter. Gewalt gegen Frauen muss konsequent bekämpft werden. Um all das muss sich dringend gekümmert werden, keine Frage!

Aber hier geht es um etwas anderes, hier geht es um Freiheit im Denken und im Sprechen. Durch das alltägliche Anprangern von vermeintlichem Sexismus werden Frauen zu Opfern und Männer pauschal zu Tätern abgestempelt. All das macht etwas mit jungen Menschen. Selbstzweifel breiten sich epidemisch aus, was die Häufung von Persönlichkeitsstörungen und psychischen Erkrankungen vor allem unter Jugendlichen erklären könnte.

Lasst die Menschen reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Sprech- und Singverbote sind eines freien Landes unwürdig.

Ronny Zasowk

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